Belichtungsprobleme aufgrund sehr hoher Dynamik sind in der digitalen Fotografie immer noch an der Tagesordnung. Deshalb setze ich die Photoshopfunktion Tiefen/Lichter ausgesprochen häufig und gerne ein, erspart sie mir doch langwieriges und mühsames Feintuning mit der Gradadtionskurve. Die Funktion ist mit ihrer Echtzeitvorschau weitgehend selbsterklärend, ein paar Tipps will ich aber doch geben.

Bild01 Eine typische Ausgangssituation, eine Aufnahme im Gegenlicht. Der Himmel ist korrekt belichtet, aber das Gebäude im Vordergrund ist zu dunkel. Ein Blitz bringt in dieser Situation natürlich auch nichts ;) Der Blick auf das Histogramm zeigt eine gute Ausnutzung des Helligkeitsspektrums, so das auch hier nicht viel Spielraum ist. Mit anderen Worten, die perfekte Situation für die Tiefen/Lichter-Funktion. Der Befehl hellt zu dunkle Partien im Foto auf, gleichzeitig können zu helle Bereiche abgedunkelt werden. Andere Helligkeitswerte werden nicht beeinflusst.
Bild01 Seit Photoshop CS3 können Tiefen/Lichter auch als Smartfilter realisiert werden. Es ist also möglich die Einstellungen der Tiefen/Lichter auch nachträglich jederzeit wieder zu ändern. Der Befehl dazu lautet Filter | Für Smartfilter konvertieren.
Bild01
Die Voreinstellungen von Tiefen/Lichter bringt bestenfalls brauchbare, aber oft keine optimalen Ergebnisse. Zur besseren Kontrolle muss das Feld Weitere Optionen einblendenangewählt sein.Der erste Regler die Stärke beeinflusst, wie stark dunkle Bereiche aufgehellt bzw. helle Bereiche abgedunkelt werden. Mit diesem Regler sollte man nicht zu sorglos umgehen, ich benutze immer nur Werte unterhalb von 50%.

Der Regler Tonbeite bestimmt den Wirkungsbereich der Lichter bzw. Tiefen. Im Falle der Lichter wird der Bereich von reinem Weiß bis zum eingestellten Tonbreitewert verändert, im Falle der Tiefen von reinem Schwarz bis zum eingestelltem Wert.

Die Kombination von hoher Stärke und geringer Tonbreite führt leicht zu sichtbaren Halos um Kanten herum.

Der Radius bestimmt den Umgebungsbereichs eines Pixel, indem benachbarte Pixel miteinbezogen werden. Zudem bestimmt er, wie der Stärkeeffekt in diesen Umgebungsbereich umgesetzt wird.

Ein zu geringer Wert kann an gleichmäßigen Flächen leuchtende Konturen zur Folge haben oder flachen und geringen Kontrast.

Der Vorgabewert von 30 Px ist meist ganz gut.

Bild01 Ein Beispiel für große Stärke und geringe Tonbreite. Nur die dunkelsten Partien werden stark aufgehellt, gleichzeitig steigt der Kontrast stark an und bildet helle Säume. Insgesamt ein, für dieses Beispiel, völlig unbrauchbares Ergebnis.Der untere Regler Farbkorrektur kann die Sättigung in den dunklen und/oder sehr hellen Bereichen nachregeln, da diese Partien meist eine deutlich geringere Sättigung aufweisen, als der Rest des Bildes.Der Regler Mittelton-Kontrast wird, meiner Erfahrung nach, meistens nicht benötigt, zumal er die weiter oben eingestellten änderungen wieder abschwächt. Trotzdem ist es in einigen wenigen Fällen sinnvoll etwas Kontrast zuzugeben.
Bild01 Die insgesamt besten Erfahrungen habe ich mit einer mäßigen Stärke ca. 10% – 30%, einer mittleren bis hohen Tonbreite ca. 40% – 60% und einer wiederum eher geringen Radius von ca. 30 Pixeln. Selbst ermittelte Standardwerte können auch schnell als Ausgangsbasis abgespeichert werden. Aber die Fotos sind doch zu unterschiedlich, als das man feste Werte empfehlen könnte. Die Vorgabewerte sind also immer nur Ausgangswerte.Immer gilt auch, die Tiefen/Lichter können keine Wunder vollbringen. Verdorbene Bilder können so nicht gerettet werden bzw. sehen auch nach der Behandlung schlecht aus.

Der leichte Blaustich im Bild muss in einem letzten Arbeitsgang noch beseitigt werden.

In diesem Beispiel ist das Ergebnis aber durchaus ansprechend und kann überzeugen.